Wie können Physician Assistants in Deutschland eingesetzt werden und welchen Beitrag kann der Beruf für die zukünftige Gesundheitsversorgung leisten? Darüber informierte sich der Essener Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer bei einem Besuch im Büro der PA Company in Essen.
Matthias Hauer (CDU) vertritt den Wahlkreis Essen III als direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Dem Bundestag gehört er seit 2013 an. Er ist seit Mai 2025 Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Als in Essen ansässiges Unternehmen nutzte die PA Company den Termin, um über das Berufsbild Physician Assistant und die aktuelle Entwicklung des Berufs in Deutschland zu informieren.
Vom Studium bis zum Einsatz in der Versorgung
Im Mittelpunkt des Austauschs stand zunächst die Frage, was Physician Assistants eigentlich sind und welche Aufgaben sie im medizinischen Alltag übernehmen können.
Thematisiert wurden unter anderem die akademische Ausbildung, typische Tätigkeitsfelder sowie unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten im stationären und ambulanten Bereich. Dabei ging es auch darum, wie PAs innerhalb ärztlicher Teams eingesetzt werden und welche Aufgaben im Rahmen der Delegation übernommen werden können.
Anhand verschiedener Beispiele aus der Versorgung wurde dargestellt, wie unterschiedlich PA-Tätigkeitsprofile je nach Fachgebiet und Versorgungssetting ausgestaltet sein können.
Neue Daten zur ambulanten Versorgung
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die zukünftige ambulante Versorgung. Diskutiert wurden hierzu auch aktuelle Ergebnisse einer 2026 veröffentlichten Potenzialanalyse im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.
Die Untersuchung beschäftigt sich mit einer stärkeren Aufgabenteilung in Hausarztpraxen und berücksichtigt dabei neben weiterqualifizierten Assistenzberufen ausdrücklich auch Physician Assistants. Die Berechnungen zeigen ein erhebliches Potenzial: Durch die Übertragung geeigneter Tätigkeiten auf entsprechend qualifizierte Gesundheitsfachkräfte könnten rechnerisch bis zu 65 Prozent des derzeit von Hausärztinnen und Hausärzten für diese Tätigkeiten aufgewendeten Zeitvolumens anderweitig verfügbar werden.
Zu den grundsätzlich delegierbaren Tätigkeitsbereichen zählen beispielsweise bestimmte diagnostische Verfahren, Kontrolluntersuchungen bei chronischen Erkrankungen, Wundnachsorge oder ausgewählte Aufgaben bei Hausbesuchen. Ziel einer solchen Arbeitsteilung ist es, ärztliche Kapazitäten gezielter einzusetzen und damit zur Stabilisierung der Versorgung beizutragen.
Physician Assistants stärker in die Versorgungsdiskussion einbeziehen
Der Austausch mit Matthias Hauer bot die Gelegenheit, den aktuellen Stand des Berufsbildes, bestehende Einsatzmodelle und mögliche Potenziale von Physician Assistants für die Gesundheitsversorgung vorzustellen.
Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels und der Diskussion über neue Formen der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen wird die Frage relevanter, wie vorhandene Qualifikationen innerhalb interprofessioneller Teams sinnvoll eingesetzt werden können.
Für die PA Company war der Besuch daher vor allem eines: eine Gelegenheit, über ein noch vergleichsweise junges Berufsbild zu informieren und anhand aktueller Entwicklungen und Daten einen Einblick in die heutige und mögliche zukünftige Rolle von Physician Assistants in Deutschland zu geben.