Die SRH Hochschule für Gesundheit geht einen konsequenten Schritt in der Digitalisierung des Physician-Assistant-Studiums: Ab dem Sommersemester 2026 setzt die Hochschule das digitale Logbuch der PA App in allen ihren PA-Studiengängen ein – als erste Hochschule in Deutschland. Damit löst ein durchgängig digitaler Prozess die bisherige papierbasierte Dokumentation von Kompetenznachweisen in den klinischen Praxisphasen ab.
Die Einführung betrifft Studierende aller PA-Studiengänge der SRH: den berufsbegleitenden Bachelor, den primärqualifizierenden Bachelor sowie die spezialisierten Masterstudiengänge Klinische Notfallmedizin, Ambulante Versorgung und den neuen Master Kardiologie und Kardiochirurgie. Ab April 2026 dokumentieren Physician Assistants aller PA-Studiengänge der SRH ihre erworbenen Kompetenzen digital – inklusive fälschungssicherer digitaler Unterschriften durch die betreuenden Ärzt:innen.
Praxistest im laufenden Semester überzeugt alle Beteiligten
Der flächendeckenden Einführung ging ein ausführlicher Praxistest im vergangenen Semester voraus. Dabei wurde das digitale Logbuch unter realen Bedingungen erprobt. Das Feedback fiel durchweg positiv aus: Sowohl Studierende als auch die betreuenden Ärzt:innen in den Praxiseinrichtungen sowie die Hochschule selbst zeigten sich überzeugt.
Für die Studierenden vereinfacht das digitale Logbuch den Dokumentationsprozess erheblich. Kompetenzen lassen sich direkt auf dem Smartphone oder Tablet erfassen, Unterschriften können vor Ort auf dem Gerät geleistet oder digital angefordert werden. Für die Praxisanleiter:innen und Ärzt:innen entfällt das aufwändige Handling mit Papierformularen, Stempeln und losen Unterschriftenblättern.
Besonders die Hochschule profitiert von der digitalen Lösung: Studiengangsleitungen, Dozent:innen und Praxiskoordinator:innen erhalten über ein zentrales Dashboard erstmals eine transparente Übersicht über den Kompetenzfortschritt aller Studierenden – in Echtzeit und ohne manuellen Abgleich.
„Ein logischer Schritt für ein modernes PA Studium“
Prof. Dr. Thomas Fleischmann, Studiengangsleiter des Masterstudiengangs Klinische Notfallmedizin an der SRH, hatte das digitale Logbuch bereits im Rahmen seines Studiengangs erprobt und war maßgeblich an der Entscheidung zur hochschulweiten Einführung beteiligt:
„Die Dokumentation klinischer Kompetenzen ist ein zentraler Bestandteil des PA Studiums. Wenn wir von unseren Studierenden erwarten, dass sie auf einem hohen fachlichen Niveau arbeiten, dann sollte auch die Art und Weise, wie wir ihre Kompetenzentwicklung dokumentieren, diesem Anspruch gerecht werden. Im Praxistest hat sich gezeigt, dass das digitale Logbuch nicht nur die Qualität und Nachvollziehbarkeit der Dokumentation verbessert, sondern auch den Verwaltungsaufwand deutlich reduziert.“
Auch auf Seiten der Praxiskoordination fällt das Fazit klar aus. Janna Burr, Praxiskoordinatorin an der SRH, begleitet die Studierenden während ihrer klinischen Einsätze und kennt die Herausforderungen der bisherigen papierbasierten Dokumentation aus erster Hand:
„Bislang war die Nachverfolgung der Kompetenznachweise mit einem hohen manuellen Aufwand verbunden. Mit dem digitalen Logbuch gewinnen wir nun eine transparente Übersicht darüber, welche Kompetenzen unsere Studierenden bereits erworben haben und wo noch Entwicklungsbedarfe bestehen. Dieses Instrument unterstützt unser CORE-Studienmodell, in dem Lernziele, Prüfungsformen und Lehr- und Lernmethoden eng aufeinander abgestimmt sind und die individuelle Kompetenzentwicklung im Mittelpunkt steht. Dadurch sparen wir Zeit und können die Studierenden in ihren Praxisphasen noch gezielter, kontinuierlich und qualitätsorientiert begleiten.“
Konform mit den Empfehlungen der Bundesärztekammer
Die Entscheidung der SRH steht auch im Kontext des im April 2025 veröffentlichten Positionspapiers der Bundesärztekammer. Darin empfiehlt die BÄK unter anderem die Einführung eines digitalen Logbuchs zur strukturierten Dokumentation der im Studium erworbenen Kompetenzen. Das Papier betont, dass eine transparente und nachvollziehbare Kompetenzdokumentation ein zentrales Qualitätsmerkmal des PA Studiums sein sollte.
Mit der flächendeckenden Einführung des digitalen Logbuchs setzt die SRH Hochschule diese Empfehlung nun als erste Hochschule in die Praxis um. Das System bildet dabei die individuellen Kompetenzkataloge der Hochschule ab – von den Kompetenz-Levels über die einzelnen Kompetenzkategorien bis hin zu den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Praxisphasen.
Weitere Hochschulen zeigen Interesse
Die SRH Hochschule ist die erste, aber voraussichtlich nicht die letzte Hochschule, die das Digitale PA Logbuch der PA App einführt. Nach Informationen des PA Blogs befinden sich sowohl staatliche als auch private Hochschulen in Gesprächen über eine mögliche Nutzung. Die steigende Nachfrage ist nachvollziehbar. In Studiengängen, die längst digital organisiert sind, wirkt ein handschriftliches Logbuch wie ein Fremdkörper. Gleichzeitig konkurrieren immer mehr Hochschulen um PA-Studierende und eine zeitgemäße Praxisbegleitung wird zum Argument, das bei der Studienwahl zählt.
Gleichzeitig steigt der Druck auf Hochschulen, die Qualität und Nachvollziehbarkeit ihrer Kompetenzdokumentation sicherzustellen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Empfehlungen aus dem BÄK-Positionspapier und der zunehmenden regulatorischen Diskussionen rund um das PA-Berufsbild.
Ein Signal für die Professionalisierung des PA-Studiums
Die Einführung des Digitalen PA Logbuchs der PA App an der SRH ist mehr als eine technische Umstellung. Sie steht exemplarisch für einen breiteren Trend: Das PA Studium in Deutschland professionalisiert sich zunehmend – in der Lehre, in der Prüfung und nun auch in der Dokumentation der klinischen Kompetenzen. Die SRH, die mit ihren spezialisierten Masterstudiengängen bereits Vorreiter in der akademischen Weiterentwicklung des PA-Berufs ist, setzt damit auch in der ganzheitlichen Digitalisierung des Studiums ein klares Zeichen.
Für die Physician Assistants selbst bedeutet die Umstellung vor allem eines: eine einfache, jederzeit verfügbare und übersichtliche Dokumentation ihrer erworbenen Kompetenzen, vom ersten Semester bis zum Abschluss.